Neuwerk
Der Ort Neuwerk verdankt seine Entstehung und seinen Namen einem ehemaligen "neuen Hüttenwerk", das seiner Konstruktion nach von dem damals in Hüttenrode bereits bestehenden Werk abwich. Es wurde dort der Anfang mit der Nutzung der Wasserkraft gemacht.
In der Geschichte wird Neuwerk zuerst in den Teilungsrezessen der Reinsteinchen Grafen Ulrich III. (des älteren) und Bernhard IV. (des Derenburger), welche in den Jahren 1448 und 1454 zustande kamen, als Hüttenwerk als die neue Hütte an der Bode erwähnt. Nach diesen Rezessen gehörte der Ort zu der Grafschaft Blankenburg. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, das das einfache Hüttenwerk nicht schon einige Zeit vorher bestanden hat, da die neuen Hüttenwerke im Harz bereits zu Anfang des Jahrhunderts erbaut wurden.
Als politische Gemeinde wird Neuwerk indessen vor 1500 kaum bestanden haben. Die Bewohner stammen ebenso wie die Rübeländer zum größten Teil aus Hüttenrode. An diesem Orte, sowie in dem Benachbarten Elbingerode ließen sich um das Jahr 1071 um ihres Christlichen Glaubens willen aus ihrer Heimat vertriebenen Holsteiner (Nordhalbinger) nieder und rodeten sich neue Wohnplätze, an denen sie nicht Hüttenbau, sondern Ackerbau und Viehzucht trieben. Zu diesen "Holtsaten" (Waltbewohnern) gesellten sich dann , als zu Anfang des 15. Jahrhunderts das Hüttenwesen im Harz aufblühte, in Neuwerk und in Rübeland noch Hüttenleute aus anderen Gegenden (Schwaben, Thüringen, dem Erzgebirge Hessen u. a.)
Der große Hüttenplatz an der Bode, auf dem einst fleißige Hände für das täglich Brot sorgten, lag dann frei und unbenutzt da, nur am 3. Juliwochenende des Jahres wird dort der traditionelle Grasedanz gefeiert. In jüngster Zeit wird dieser Platz auch als Übungsplatz für die Freiwillige Feuerwehr Neuwerk genutzt.




